Köln, Deutschland – Die Deutsche Bahn (DB) und der belgische Betreiber SNCB planen, ab Sommer 2026 einen vorübergehenden ICE-Service einzuführen. Der Service soll vom 1. Juni bis 31. August verkehren und auf der Korridorstrecke Köln–Brüssel ein zusätzliches Zugpaar pro Tag bereitstellen, wodurch sich die Gesamtfrequenz auf neun tägliche Zugpaare erhöht. An Wochenenden werden die Züge erstmals direkt bis zur belgischen Küstenstadt Ostende verlängert und unterwegs touristische Ziele wie Gent und Brügge anfahren.
Diese Service-Erweiterung zielt darauf ab, die hohe Nachfrage im Freizeitverkehr während der Sommermonate zu bedienen. An Werktagen werden die Züge zusätzliche Halte in Löwen und Brüssel-Nord einlegen, während der Wochenendservice eine schnelle Direktverbindung von Deutschland zu beliebten Touristenstädten in Belgien bietet. Die Deutsche Bahn wird für diese Aufgabe ihre neuesten ICE-3neo-Hochgeschwindigkeitszüge einsetzen, die seit 2024 bereits auf der Kernstrecke Frankfurt–Köln–Brüssel im Einsatz sind.
Die Bedeutung der Strecke Köln–Brüssel als wichtiger internationaler Korridor wird gestärkt, doch im Vergleich zu anderen stark frequentierten Strecken in Europa bleibt ihre Taktung relativ niedrig. So verkehren beispielsweise auf dem Korridor Paris–Brüssel täglich über 20 Hochgeschwindigkeitsverbindungen, und auf der Strecke Amsterdam–Brüssel gibt es stündlich mehrere Verbindungen. Die Erweiterung durch DB und SNCB konzentriert sich stärker auf den Wochenend-Freizeitmarkt und nutzt bestehende Fahrzeugflotten zur Generierung von Tourismuseinnahmen, anstatt strategisch Geschäftsreisende zu bedienen.
Diese vorübergehende ICE-Service-Erweiterung spiegelt die Wettbewerbsstrategien europäischer Betreiber im Umgang mit saisonalen Touristenströmen wider. Durch Direktverbindungen zu Zielen wie Ostende zielen DB und SNCB darauf ab, Urlaubsreisende im Sommer anzuziehen und die Abhängigkeit von Privatfahrzeugen und Fernbussen zu verringern. Dieser Ansatz ermöglicht es den Betreibern, die Marktnachfrage zu testen und Einnahmen zu steigern, ohne langfristige finanzielle Verpflichtungen einzugehen – ein Trend, der mit der Wiederbelebung europäischer Nachtzugverbindungen einhergeht.
Die Details der Zusammenarbeit zwischen Deutscher Bahn und SNCB, einschließlich des Gesamtwerts des Services, wurden nicht öffentlich bekannt gegeben. Der Service ist vorübergehend, und es ist noch nicht entschieden, ob er zu einem jährlichen Regelangebot wird. Darüber hinaus wird er getrennt von der geplanten neuen Direktverbindung Köln–Antwerpen betrieben, die im September 2026 starten soll.









